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Viele Menschen lernen nie, wie sie korrekt laufen. Wir von VIVOBAREFOOT glauben, dass Laufen eine Fähigkeit ist, die man erlernen muss, um effizient und verletzungsfrei zu laufen.
Unser Experte fürs Barfußlaufen, Lee Saxby, hat uns dabei geholfen, ein Trainingssystem zu entwickeln, dass anders ist als konventionelle Modelle. Unten sehen Sie eine Übersicht, wie Sie sicher zum Barfußlaufen übergehen können.

Das menschliche Gehirn konstruiert komplexe Bewegungsmuster, indem es simple Bewegungsmuster aneinanderreiht. Dies wird zum Beispiel deutlich, wenn Babies hintereinander lernen, zu robben, zu krabbeln, zu sitzen, zu stehen und schließlich zu laufen.

Diese Bewegungsmuster werden "Meilensteine der motorischen Fähigkeiten" genannt und entwickeln sich immer eines nach dem anderen, da jedes Stadium auf den Fähigkeiten des vorhergehenden Stadiums aufbaut. Unadäquate Entwicklung in einem dieser Stadien/einer dieser Fähigkeiten hat dramatische Auswirkungen auf die Qualitäten komplexerer Bewegungen, die darauf aufbauen, was zu mangelnder Effizienz führt und Verletzungsgefahr birgt.

Wir haben einige Barfuß-Benchmarks erarbeitet, die absolviert werden sollten, bevor Sie sich ans abschließende Barfußlaufen wagen.

Drei Barfuß-Meilensteine sollten erlernt und perfektioniert werden, bevor Sie sich an die jeweils nächste Stufe machen.


Jede Bewegung sollte mit der Barfußphilosophie im Hinterkopf absolviert werden: effiziente, verletzungsfreie Bewegung basiert auf korrekter Haltung und korrektem Rhythmus und adäquater Sinneswahrnehmung der Umgebung.

Wenn Sie nun also laufen ‐ egal ob barfuß, in minimalem Schuhwerk oder mit einer anderen Art von Schuhen, versuchen Sie immer, diese Bewegungs-Checkliste im Hinterkopf zu haben:

  • HALTUNG
  • RHYTHMUS
  • ENTSPANNUNG


Gehen

Durch das Barfußgehen (einfach in der Gegend herum) beginnt Ihr Gehirn, die sinnliche Information, die Ihre Fußsohlen senden, wahrzunehmen.

So kann das Gehirn sich an diese neue Information anpassen und sie wahrheitsgemäß als unbedrohlich und nützlich (im Gegensatz zu unangenehm, schmerzhaft oder potentiell schädigend) einordnen.

Wenn Sie barfuß auf entspannte, rhythmische Weise über verschiedene Oberflächen ‐ sowohl natürliche wie Gras, Matsch und Sand, als auch unnatürliche, wie Beton und Asphalt ‐ gehen können, und zwar ohne zu zögern oder sich anzuspannen, dann sind Ihre Füße bereit fürs Barfußlaufen.

Korrekte Laufhaltung

Wie geht's?

  • Das Gewicht bewegt sich von der Ferse zum großen Zeh
  • Kleine Schritte
  • Nicht nach unten schauen
  • Entspannter, gleichmäßiger Rhythmus

Was kann ich falsch machen?

  • Zu große Schritte
  • Kopf zu weit nach vorn
  • Becken zu weit nach vorn
  • Gewicht bewegt sich zur Außenseite des Fußes hin

Nächster Schritt

Barfußlaufen klappt? Dann geht's weiter mit Hocken!


Hocken

Völker, die normalerweise barfuß oder mit minimaler Fußbekleidung gehen, benutzen auch selten Stühle. Deshalb verbringen sie viel Zeit in einer tiefen, ausbalancierten Hockposition, etwa zum Essen oder zum Arbeiten.

Hocken ist eine sehr therapeutische Position für den menschlichen Körper, besonders für Barfußläufer, denn es trainiert den Körper darin, seinen Schwerpunkt über dem natürlichen Balancezentrum (dem Fußballen) zu halten, und stärkt außerdem Knöchel, Knie, Hüften und Wirbelsäule. All diese Attribute ermöglichen es dem Barfußläufer, die Fähigkeit zur korrekten Haltung zu entwickeln.

Barfuß hocken

Barfuß-Kniebeugen mit Stange

Was kann ich falsch machen?

  • Das Gewicht auf die Ferse verlagern
  • Die Beine sind nicht stark genug für eine volle Kniebeuge

Nächster Schritt

Hocken löappt? Weiter geht's mit Hüpfen


Barfuß hüpfen

Hüpfen ist die nächste Stufe in der Bewegungsschule. Es trainiert die Balance, Flexibilität und Haltung, die wir in Stufe 1 geübt haben, und verbessert gleichzeitig die dynamische Stärke und Elastizität der Laufanatomie.

Das elastische Zurückspringen der Sehnen ist ein wichtiger Mechanismus zum Energiesparen beim Laufen, und mangelnde Koordinationsfähigkeit des "Dehnen-entspannen"-Zyklus' kann zu Verletzungen führen. Elastisches Zurückspringen und der "Dehnen-entspannen"-Zyklus entwickeln sich beim Bewegen über den Rhythmus.

Hüpfen auf zwei Beinen mit Stange

Hüpfen auf einem Bein

Hüpfen auf einem Bein mit Stange

Seilhüpfen

Was kann ich falsch machen?

  • Aufgrund von falscher Haltung die Balance verlieren
  • Zu viel Muskelaktion aufgrund von zu langsamem/zähem Rhythmus

Nächster Schritt

Barfußhüpfen klappt? Dann geht's weiter mit Barfußlaufen!


Barfußlaufen

Barfußlaufen ist die natürliche Fortsetzung der Fähigkeiten, die Sie in den ersten beiden Stufen des Trainingsprogramms erarbeitet haben.

Die ersten beiden Stufen verbinden Ihr Gehirn und Ihren Körper mit Ihren Füßen, sie entwickeln Grundfähigkeiten in Haltung und Rhythmus und beginnen, Ihr Bewegungssystem auf die Stärke, Flexibilität und Elastizität von verletzungsfreiem Barfußlaufen einzustimmen.

Wenn Ihre Fähigkeiten sich dann weiterentwickeln und zu einer "unterbewussten" Handlung werden, dann sollte Ihre Technik immer entspannter werden. Unangemessen hohe Muskelaktivität ist ineffizient und führt zu Verletzungen. Entspannte, gekonnte Technik ist ein Kennzeichen für Könner egal welcher Sportart, und Barfußlaufen ist da keine Ausnahme.

Haltung

  • Torso zeigt den Weg an
  • Nicht nach unten schauen
  • Füße unter dem Körper, nicht vor ihm
  • Aufkommen auf dem Fußballen

Rhythmus

  • Kleine Schritte
  • Ellenbogen passen sich an den Schrittrhythmus an
  • Hüpfender Rhythmus (180 BPM)

Entspannt

  • Oberkörper, Schultern
  • Handgelenke und Hände, Füße und Knöchel

Was kann ich falsch machen?

  • In der Hüfte einknicken (Kopf zu weit nach vorne, nach unten schauen)
  • Füße kommen zu weit vor dem Körper auf
  • Aufkommen auf dem seitlichen Vorderfuß/auswärts gedreht
  • Zu große Schritte
  • Langsamer, "zäher" Rhythmus
  • Angespannter Oberkörper und Schultern